Mit Social Payment zur Social Kulturflatrate?

16. Februar 2010 by Ben K.

Ein Tweed von @Dan_Nice hat mich auf das Angebot von Flattr.com aufmerksam gemacht. Auch netzwertig.com hat die Plattform bereits unter die Lupe genommen.

Bei Flattr handelt es sich um ein Webangebot, welches sogenanntes Micropayment erleichtern soll. Und weil in der neuen Web 2.0 Welt eh alles so sozial ist, nennt sich das ganze passenderweise auch gleich Social Payment. Die Plattform wurde im Übrigen von Peter Sunde ins Leben gerufen, dem der ein oder andere noch von seiner Torrent Suchmaschine “The Pirate Bay” bekannt sein dürfte.

Das Ganze funktioniert so:

Man bezahlt also monatlich einen frei wählbaren Beitrag auf seinem Konto ein. Stößt man während seiner Web Touren auf Inhalte, die einem gefällig sind, gibt es die Möglichkeit, dies via Flattr-Button kund zu tun und dem Erzeuger dafür einen kleinen Obulus zu überlassen. Die Höhe des Betrages bemisst sich dabei nach der Höhe des monatlich zur Verfügung gestellten Betrages, geteilt durch die Anzahl der geklickten Flattr-Buttons.

Nun wird sich also das schwache Fleisch (des ansonsten bezahlwilligen Geistes) zunutze gemacht. Dieser ist zwar zu faul um sich vom Schreibtisch zu bewegen, um die Kreditkarte zu holen, ein wohlwollender Klick ist aber noch drin. Für die Produzenten entstehen Anreize, gute Qualität zu liefern, da die Möglichkeit eines monetären Ausgleichs steigt. Netzwerkeffekte führen dann nicht nur zur Steigung von Bekanntheit und Reputation, sondern vielleicht auch zur Generierung von Erlösen.

Nun möchte ich noch einen Gedanken anfügen, der mir sofort in den Kopf kam, als ich von Social Payment hörte – die Kulturflatrate.

Sicherlich kann man sich vortrefflich über das Für- und Wider der Kulturflatrate streiten. Das wurde auch schon ausführlich gemacht (u.a. hier oder hier). Spannend fände ich die Verbindung von Kulturflat und Social Payment. Was wäre damit: zwar ist eine monatliche Gebühr (die Höhe lassen wir mal außen vor) zu entrichten, der Nutzer bestimmt jedoch selbst durch sein Surf- oder Klickverhalten, wem das Geld zufließt.

Wie im realen Leben, steht jedem ein gewisser monatlicher Betrag für kulturelle Angebote zur Verfügung und wie im realen Leben, entscheidet jeder Einzelne für was er diesen Betrag verwendet. Die Verteilung wird nicht von einer bürokratischen Institution bestimmt, sondern Nutzer selbst. Für mich ein zufriedenstellender Gedanke.

Was wären die Verkaufsargumente von Content? Qualität? Einzigartigkeit? Aggregatorendienste wie Google hätten indes nichts von dem Kulturkuchen. Nur die Urheber von Inhalten würde davon profitieren.

Ich halte das bei weitem noch nicht als der Weisheit letzter Schluss. So müsste dem Nutzer die Möglichkeit gegeben werden, unterschiedliche Inhalte auch unterschiedlich zu entlohnen. Beispielsweise ist der Aufwand beim Programmieren einer Software für den Produzenten meist erheblich höher, als beim Verfassen eines Blogeintrages. Dem Nutzer müsste die Möglichkeit gegeben werden, dies zu honorieren.

Flattr an sich ist also eine durchaus interessante Möglichkeit und wenigstens ansatzweise eine Alternative zu bisherigen, auf Werbung basierten, Angeboten. Die Verbindung von Social Payment und Kulturflatrate fände ich höchst interessant. Ob sich das Ganze in der Praxis auch umsetzen ließe und ob auch die Contentproduzenten davon profitierten, würde wohl nur ein Versuch zeigen.

Erstes Kolloquium, erste Gedanken zu Mobile Social Media

31. Januar 2010 by Ben K.

Am 22. Januar, referierte ich in einer ersten Präsentation über das Thema Mobile Social Media. Darin habe ich versucht, zunächst den Begriff Social Media fassbar zu machen. Anschließend stellte ich anhand von einigen Beobachtungen zwei Ansätze vor, die man in einer Diplomarbeit näher verfolgen könnte.

Hier die Prezi (zur freien Verfügung):

Das unerwartet rege Feedback war mir sehr hilfreich. Im Grund werde ich nun versuchen beide Ansätze in einer Arbeit zu integrieren. Mehr davon demnächst…

Schon wieder Social Media…. gäähn.

31. Januar 2010 by Ben K.

Guten Tag,

so, nun wird gebloggt! Zumindest will ich es versuchen. “Worum geht’s denn?” fragt der eine; “um Social Media”, antworte ich. “Gähn, schon wieder Social Media”, denkt nun der Leser. “Ja, schon wieder Social Media!”, sage ich und komme in Erklärungsnot….

Eine Diplomarbeit wartet darauf geschrieben zu werden. Viel wird geredet über Social Media, viel davon ist Meinung und Marketing, wenig davon wissenschaftlich. Nicht zuletzt deswegen versuche ich auch einen kleinen Betrag zu diesem Thema zu leisten.

Im Besonderen werde ich mich inhaltlich der Miniatur-Variante, also Mobile Social Media, widmen. Gegenwärtig lässt sich überall beobachten, dass das Internet “mobiler” wird. Ob das nun an der hübschen fortschreitenden Technik (Steve Jobs’ Spielzeug) oder den neuen Möglichkeiten internet-basierter Kommunikation liegt, lässt streiten. Interessant ist es allemal.

In medias res bedeute zu deutsch “in mitten der Dinge” und ist eine Erzählvariante aus der griechischen Dichtung, die ohne Umschweife in die Handlung einführt. Dieser Blog soll keine reine Dokumentation der Diplomarbeit sein. Vielmehr will ich einzelne Sachverhalte herausgreifen und beschreiben, auf aktuelle Themen eingehen oder auch nur mal meine ganz persönliche Sicht der Dinge über das Internet loswerden.

Ich bezweifle, dass die Welt auf diesen Blog gewartet hat, aber Yoghurt mit Biokulturen braucht auch kein Mensch und manch einer hat dann doch seine Freude damit. Ich bin gespannt.

In dem Sinne freue ich mich natürlich immer über Anmerkungen und verbleibe

“in medias res”
Ben